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Berliner Testament bei Hausbesitz: Ein umfassender Leitfaden für Immobilieneigentümer
Wenn ein Paar gemeinsam ein Eigenheim besitzt, denkt man bei der Schlüsselübergabe selten daran, was passiert, wenn einer plötzlich nicht mehr da ist. Doch genau dieser Moment kann zur großen Belastung werden – emotional und finanziell. Das berliner testament bei hausbesitz bietet eine Möglichkeit, vorausschauend zu handeln und sichert die wirtschaftliche Stellung der überlebenden Person. Doch die Regelung hat komplexe rechtliche Folgen, insbesondere für die Kinder, und kann ohne fachkundige Gestaltung zu ungewollten Konflikten oder Pflichtteilsansprüchen führen. Wer das vermeiden möchte, sollte sich frühzeitig und mit professioneller Hilfe mit dem Thema auseinandersetzen – und die Weichen im Testament richtig stellen.
Der Nachlass von Eheleuten lässt sich durch ein berliner testament bei hausbesitz strukturieren, doch müssen dessen rechtliche und steuerliche Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Das Grundstück oder Haus steht dabei im Mittelpunkt der Überlegungen, denn die Fragen rund um die Pflichtteilsansprüche der Kinder und einen möglichen Hausverkauf sind komplex. Als gemeinschaftliches Testament steht das berliner testament bei hausbesitz nur Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnern zur Verfügung. Die Ehegatten setzen sich dabei typischerweise wechselseitig als Vorerben ein und bestimmen die gemeinsamen Kinder zu Schlusserben. Fachlich korrekt ist, dass die Kinder dabei nicht “enterbt” werden, sondern als Schlusserben eingesetzt sind. Sie erhalten ihr Erbe nur zeitlich gestaffelt – ein wichtiger Unterschied, der oft missverstanden wird.
Was ist das berliner testament bei hausbesitz und wie funktioniert es?
Wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin ein Haus besitzen, stellt sich früher oder später die Frage: Was passiert mit dem Haus, wenn einer von Ihnen stirbt? Das berliner testament bei hausbesitz ist eine bewährte Möglichkeit, klare Regelungen zu treffen und die überlebende Person abzusichern. Die Einheitslösung folgt dem Prinzip, dass es sich um eine Sonderform des gemeinschaftlichen Testaments für Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner handelt. Beide Partner setzen sich darin gegenseitig als alleinige Erben ein – im Regelfall als Vorerben. Das bedeutet: Stirbt einer, erbt zunächst der andere das gesamte Vermögen allein – also auch das Haus. Dies bietet dem Überlebenden größtmögliche finanzielle Sicherheit und Entscheidungsfreiheit.
Erst wenn beide Partner verstorben sind, geht das verbliebene Vermögen auf die im Testament bestimmten Schlusserben über, häufig die Kinder. Ein entscheidender rechtlicher Punkt, der oft falsch dargestellt wird, betrifft die Bindungswirkung: Nach dem Tod des ersten Partners kann der Überlebende sein eigenes Testament sehr wohl ändern (§ 2296 BGB). Er ist nicht an die ursprüngliche Schlusserben-Einsetzung gebunden, es sei denn, dies wurde vertraglich im gemeinsamen Testament festgelegt. Ein berliner testament bei hausbesitz funktioniert nur, wenn beide Partner mit der Erbeinsetzung einverstanden sind und es gemeinsam unterschreiben gemäß § 2267 BGB.
Das Testament kann handschriftlich verfasst oder notariell beurkundet werden, wobei bei Immobilienbesitz und zur Vermeidung von Auslegungsstreitigkeiten dringend zur notariellen Beurkundung geraten wird. Das Testament muss klar erkennen lassen, wer sich gegenseitig als Erbe einsetzt und wer die Schlusserben sein sollen. Das Ziel ist die gegenseitige Absicherung und der Erhalt der Immobilie für den überlebenden Partner. Als spezielle Form der Nachlassregelung ernennen sich die beiden Ehegatten gegenseitig zu Vorerben und bestimmen gleichzeitig ihre Kinder häufig als Schlusserben, wodurch die Immobilie im Familieneigentum gehalten wird und rechtsverbindlich festgelegt ist, dass der Längerlebende im Haus weiter wohnen kann.
Warum ist das berliner testament bei hausbesitz für Immobilieneigentümer wichtig?
Ein Haus oder eine Eigentumswohnunggehört oft zu den größten Vermögenswerten, die ein Paar besitzt. Ohne eine klare Regelung kann es nach dem Tod einer Person schnell zu Konflikten kommen, denn ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge gemäß § 1924 bis 1934 BGB. Das bedeutet: Wenn Kinder vorhanden sind, erben sie zusammen mit dem überlebenden Partner oder der überlebenden Partnerin. Bei einem Haus führt das oft zu schwierigen Situationen und zu einer Erbengemeinschaft zwischen dem Partner und den Kindern. Diese Konstellation birgt erhebliches Konfliktpotenzial, da die Kinder beispielsweise die Aufteilung oder den Verkauf der Immobilie verlangen können.
Als Beispiel: Sie leben mit Ihrem Partner gemeinsam im Eigenheim, und wenn er stirbt ohne dass Sie sich gegenseitig per Testament als Vorerb eingesetzt haben, können Ihre Kinder oder weitere gesetzliche Erben verlangen, am Haus beteiligt zu werden. Das kann bedeuten, dass sie ihre Miterbenstellung durchsetzen oder sogar eine Auszahlung ihres Anteils verlangen – notfalls gerichtlich. Im Extremfall kann das zum Verkaufszwang des Hauses führen. Ein berliner testament bei hausbesitz verhindert dies für den ersten Erbfall: Der überlebende Partner wird alleiniger Eigentümer und kann frei über die Immobilie verfügen. Die überlebende Person bleibt alleiniger Eigentümer des Hauses und kann weiterhin darin wohnen, es vermieten oder verkaufen – ohne Rücksicht auf eine sofortige Erbengemeinschaft.
Allerdings wird ein zentraler Nachteil nicht ausreichend beleuchtet: Auch in einem berliner testament bei hausbesitz haben die Kinder nach dem Tod des ersten Elternteils sofort einen Anspruch auf ihren gesetzlichen Pflichtteil in Geld gemäß § 2303 BGB. Besteht das Vermögen fast nur aus der Immobilie, kann dies den Überlebenden finanziell unter Druck setzen. Die Kinder erhalten ihren Erbteil erst, wenn auch der zweite Elternteil verstorben ist, aber der Pflichtteilsanspruch entsteht bereits beim ersten Todesfall. Ein weiterer Vorteil: Mit dem berliner testament bei hausbesitz sind alle Vermögenswerte – also inklusive Immobilienbesitz – rechtzeitig geregelt, was Rechtssicherheit für alle Beteiligten schafft.
Der größte Vorteil des Berliner Testaments bei Immobilienbesitz ergibt sich im Vergleich zu dem Fall, dass kein Testament existiert und die gesetzliche Erbfolge greift. Hierbei befinden sich Ehegatten häufig in einer nachteiligen Situation, denn den Kindern des Erblassers oder anderen gesetzlichen Erben steht ebenfalls ein Anteil zu. Es entsteht eine Erbengemeinschaft, und der Ehepartner erbt nur einen Teil des Nachlasses. Besteht in diesem Fall ein Großteil des Vermögens aus einer Immobilie, dann kommt es häufig zu Erbstreitigkeiten, und der überlebende Partner muss im Zweifel das geerbte Haus verkaufen, um die anderen Erben auszuzahlen. Vor allem erspart das berliner testament bei hausbesitz dem überlebenden Partner unnötigen Streit und komplizierte Auseinandersetzungen mit den übrigen Erben.
Vorteile des berliner testament bei hausbesitz im Detail
Bei Immobilienbesitz hat das berliner testament bei hausbesitz den Vorteil, dass das gesamte Erbe zunächst auf den überlebenden Partner übergeht. Der größte Vorteil ist die umfassende Sicherung des überlebenden Ehepartners: Er erbt allein, muss keine anderen Erben auszahlen und vermeidet eine sofortige Erbengemeinschaft. Sein Lebensstandard und sein Wohnrecht sind gesichert. Er kann folglich Entscheidungen ohne Mitsprache Dritter treffen, und es entsteht keine Erbengemeinschaft beim ersten Erbfall. Außerdem ist er finanziell abgesichert und kann weiterhin in der Immobilie wohnen bleiben. Zudem ist die Grundidee des Testaments einfach und bietet klare Verhältnisse – zumindest bis zum ersten Erbfall.
Darüber hinaus ist das Berliner Testament eine beliebte Form der Nachlassregelung, weil es eine eindeutige und unkomplizierte Regelung des Nachlasses ermöglicht und in der Regel kurzgehalten werden kann. Das berliner testament bei hausbesitz hat mehrere Vorteile: Es sichert den Ehepartner ab, indem Sie sich gegenseitig finanziell absichern, weil das gesamte Vermögen nach dem Tod des Partners auf den länger lebenden Ehegatten übergeht. Es gibt keine Erbengemeinschaft beim ersten Erbfall und erst mal keine Erbauseinandersetzung. Das ist dann wichtig, wenn fast das gesamte Vermögen aus einer Immobilie besteht, die der länger Lebende weiter bewohnen soll.
Der Lebensstandard des Ehegatten ist mit einem berliner testament bei hausbesitz gesichert, da der Nachlass erst nach dem Tod beider Eltern gerecht unter den Kindern aufgeteilt werden soll. Das Berliner Testament ist vergleichsweise einfach zu erstellen, weil nur einer das Testament eigenhändig schreibt und der andere es ebenfalls unterschreibt. Es ist eindeutig und regelt klar und einfach, wie das Vermögen im Erbfall verteilt werden soll. Ein berliner testament bei hausbesitz kann von einem Partner allein nicht leicht widerrufen werden: Sie können es grundsätzlich nur gemeinschaftlich aufheben, zum Beispiel indem Sie es vernichten oder ein neues gemeinschaftliches Testament aufsetzen.
Steuerliche Aspekte und Nachteile beim berliner testament bei hausbesitz
Bevor Sie entscheiden, ob das berliner testament bei hausbesitz die passendste Methode zur Nachlassregelung für Sie ist, sollten Sie auch die Nachteile hinreichend berücksichtigen. Die steuerlichen Hinweise sind im Kern richtig, aber vereinfacht: Das Hauptproblem ist die doppelte Vererbung und der ungenutzte steuerliche Freibetrag der Kinder beim ersten Erbfall. Achtung bei Auslandsimmobilien: Erbrecht ist international nicht einheitlich geregelt, und in vielen Ländern ist ein gemeinschaftliches Testament, in dem sich Ehegatten als Vorerben einsetzen und gemeinsam über den Nachlass bestimmen, nicht zulässig oder nur eingeschränkt wirksam. Sollten Sie ein Haus in der Steiermark, ein Ferienhäuschen in Marbella, eine Villa an der Côte d’Azur oder eine Wohnung in der Toskana Ihr Eigen nennen, sollten Sie dies besonders beachten.
Es können insbesondere steuerliche Nachteile entstehen – sowohl für den überlebenden Partner als auch für die Nachkommen. Beim ersten Erbfall nutzt nur der überlebende Ehegatte seinen hohen Freibetrag von 500.000 Euro. Beim zweiten Erbfall (Tod des überlebenden Partners) steht den Kindern nur ihr einmaliger Freibetrag von 400.000 Euro pro Kind zur Verfügung. Bei hohem Immobilienwert kann so im Vergleich zu einer direkten Übertragung an die Kinder mehr Erbschaftsteuer anfallen. Zunächst erbt der überlebende Partner das gesamte Vermögen, und werden dabei allerdings die geltenden Steuerfreibeträge überschritten, dann fordert das Finanzamt seinen Anteil am Nachlass.
Für Kinder gestaltet sich die Lage noch schwieriger, denn normalerweise steht ihnen für jedes Elternteil im Todesfall ein Steuerfreibetrag von 400.000 Euro zu – insgesamt wären das also 800.000 Euro bei zwei Erbfällen. Bei einem gemeinschaftlichen Testament dagegen erben die Kinder nur einmalig nach dem Tod des zweiten Elternteils und können unter Umständen einen Freibetrag von 400.000 Euro verlieren. Gleichzeitig ist es möglich, dass für das Vermögen des Erblassers zweimal eine Erbschaftssteuer anfällt. Das berliner testament bei hausbesitz kann erhebliche Nachteile haben, insbesondere steuerliche Nachteile, wenn viel Vermögen innerhalb einer Familie vererbt wird.
Es kann für die Kinder teuer werden, wenn sie das gesamte Vermögen beider Elternteile auf einmal bekommen und deshalb mehr als den Freibetrag erben. Der Freibetrag von 400.000 Euro steht normalerweise jedem Kind pro Erbfall von jedem seiner Elternteile zu gemäß § 16 ErbStG. Anders beim berliner testament bei hausbesitz: Dadurch geht den Kindern ein Freibetrag in Höhe von 400.000 Euro verloren, weil der länger lebende Elternteil als Vorerbe zunächst einmal alles erbt. Zusammengefasst sind das die beiden Nachteile: Jedes Kind verliert einen persönlichen Steuerfreibetrag von 400.000 Euro, und beim letztverstorbenen Ehegatten wird das Vermögen derart angehäuft, dass er mehr Erbschaftsteuern zahlen muss als nötig.
Erbschaftssteuer und doppelte Vererbung verstehen
Das berliner testament bei hausbesitz kann steuerlich ungünstig sein, vor allem wenn die Immobilie viel wert ist. Der Grund liegt in der sogenannten doppelten Vererbung: Die doppelte Vererbung bedeutet, dass der Gesamtnachlass im schlimmsten Fall zweimal der Erbschaftsteuer unterliegt: erst beim Übergang auf den Partner, dann beim Übergang auf die Kinder. Dies ist besonders relevant, wenn der Wert der Immobilie die Freibeträge des überlebenden Partners und später der Kinder übersteigt. Der gemeine Wert (aktueller Verkehrswert) ist die steuerliche Bemessungsgrundlage. Stirbt zuerst ein Partner, bekommt die überlebende Person das ganze Vermögen, also auch das Haus. Beim zweiten Erbfall – also wenn auch die zweite Person stirbt – fällt erneut Erbschaftssteuer an, diesmal für die Kinder oder andere Erben.
Insgesamt kann so für das gleiche Vermögen zweimal Erbschaftssteuer fällig werden. Das Problem dabei: Beim ersten Erbfall nutzen nur die Freibeträge der überlebenden Person, während die Freibeträge der Kinder ungenutzt bleiben. Diese könnten aber helfen, Steuerlast zu sparen, vor allem bei einem hohen Immobilienwert. Freibeträge müssen Sie beachten: Nach § 16 ErbStG liegt der Freibetrag für Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner bei 500.000 Euro, während für Kinder der Freibetrag 400.000 Euro beträgt. Wird also zum Beispiel ein Haus vererbt, das heute 900.000 Euro wert ist, kann beim zweiten Erbfall erheblich Steuer anfallen.
Dazu kommt: Der Immobilienwert wird für steuerliche Zwecke vom Finanzamt geschätzt – oft höher als erwartet. So nutzen die Behörden einen sogenannten gemeinen Wert, der dem Verkaufswert nahekommt. Gerade in attraktiven Regionen mit steigenden Immobilienpreisen kann das die Erbschaftssteuer deutlich erhöhen. Eine mögliche Lösung ist die frühzeitige steuerliche Gestaltung, was bedeuten kann, dass einzelne Vermögenswerte bereits zu Lebzeiten auf die Kinder übertragen werden. Auch die sogenannte vorweggenommene Erbfolge kann helfen, Freibeträge mehrfach zu nutzen oder eine Schenkung in Teilen steuerfrei zu regeln. Hierbei helfen erfahrene Steuerberater oder Fachanwälte für Erbrecht.
Bindungswirkung und ihre Herausforderungen – die häufigsten Missverständnisse
Die Darstellung der Bindungswirkung ist oft irreführend und teilweise falsch. Richtig ist: Für den ersten Erbfall ist die wechselseitige Erbeinsetzung bindend. Für den zweiten Erbfall (sein eigenes Vermögen) ist der überlebende Ehegatte nicht gebunden. Er kann nach dem Tod des Partners ein neues, einseitiges Testament errichten und darin andere Personen als die ursprünglich bestimmten Schlusserben bedenken. Eine Änderung ist also sehr wohl möglich gemäß § 2296 BGB. Eine Bindung an die Schlusserben kann nur durch eine besondere, notariell beurkundete wechselbezügliche Verfügung erreicht werden, die der Überlebende dann nicht mehr einseitig ändern kann.
Ein oft falsch dargestellter Punkt beim berliner testament bei hausbesitz betrifft die Bindungswirkung: Nach dem Tod des ersten Partners kann der Überlebende sein eigenes Testament ändern, wenn im Testament nicht ausdrücklich eine besondere wechselbezügliche Verfügung vereinbart wurde. Diese Bindung kann problematisch werden, besonders wenn sich die Lebensumstände nach dem Tod der ersten Person stark verändern. Typische Beispiele sind, wenn die überlebende Person viele Jahre weiter lebt und eine neue Beziehung eingeht, es Streit oder Kontaktabbruch mit den ursprünglich als Schlusserben eingesetzten Kindern gibt, oder die Immobilie zu groß oder zu teuer im Unterhalt ist – aber ein Verkauf mit Nachteilen für die Erben verbunden wäre.
In solchen Fällen bleibt die überlebende Person bei einer wechselbezüglichen Verfügung an das Testament gebunden, und es kann also sein, dass der eingeräumte Handlungsspielraum im Alter sehr eingeschränkt ist, obwohl sich viele Dinge geändert haben. Gerade in Patchwork-Familien ist das ein wichtiges Thema: Wenn nur die gemeinsamen Kinder als Schlusserben eingesetzt sind, kann die verbliebene Person unter bestimmten Umständen eigene Kinder aus einer späteren Beziehung oder Ehe nicht mehr berücksichtigen, was zu Ungerechtigkeit führen und Streit zwischen den Erben auslösen kann.
Wer ein berliner testament bei hausbesitz erstellt und sich Flexibilität sichern möchte: Solange beide Partner leben, lässt sich das Testament durch gemeinsame Erklärung jederzeit ändern. Einen Hinweis dazu kann man im Testament selbst aufnehmen, etwa mit dem Zusatz: „Dieses Testament kann von uns gemeinsam jederzeit widerrufen oder abgeändert werden.”
Pflichtteil und Pflichtteilsstrafklausel beim berliner testament bei hausbesitz
Selbst wenn Kinder im berliner testament bei hausbesitz zunächst nicht als Erben beim ersten Erbfall eingesetzt werden, haben sie einen gesetzlichen Anspruch auf den Pflichtteil gemäß § 2303 BGB, der auf Wunsch sofort ausbezahlt werden muss. Das kann gerade bei einem Haus problematisch sein, wenn keine flüssigen Mittel zur Verfügung stehen. Deshalb ist es wichtig, schon beim Abfassen des Testaments mögliche Pflichtteilsansprüche einzukalkulieren. Eine Pflichtteilsstrafklausel kann helfen, diese Forderungen zu vermeiden, ist aber rechtlich kompliziert, weshalb sich viele Paare vorab rechtlich beraten lassen sollten.
Die Kinder können das berliner testament bei hausbesitz rechtlich herausfordern, denn ihnen steht immer ihr Pflichtteil zu, der sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils beläuft. Fordern die Kinder ihren Pflichtteil, können sie den überlebenden Elternteil in finanzielle Schwierigkeiten bringen – etwa wenn der Nachlass im Wesentlichen aus einem Haus besteht, das verkauft werden müsste. Wer das Haus nicht verkaufen will, nur weil ein Kind seinen Pflichtteil einfordert, könnte zum Beispiel ein Darlehen in Höhe des Pflichtteils aufnehmen, das mit einer Grundschuld auf das Haus abgesichert ist. Wichtig: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, dass die Kinder ihren Pflichtteilsanspruch durchsetzen, etwa wenn sie dadurch Freibeträge bei der Erbschaftsteuer ausschöpfen können.
Für wen eignet sich das berliner testament bei hausbesitz?
Ein gemeinschaftliches Testament können gemäß § 2265 BGB und § 10 LPartG ausschließlich Ehepaare oder Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft aufsetzen, während für andere Paare oder Singles ein berliner testament bei hausbesitz also nicht möglich ist. Darüber hinaus ist das berliner testament bei hausbesitz insbesondere interessant für Eheleute mit Kindern, die ihr Grundstück oder Haus selbst bewohnen. Der Grund dafür:
Beim Tod eines Partners geht das Haus ohne Erbauseinandersetzungen auf den anderen Partner über, während die Kinder zunächst zeitlich gestaffelt ihr Erbe erhalten. Gleichzeitig dient das berliner testament bei hausbesitz zur Absicherung, dass der erbende Partner weiterhin die Immobilie bewohnen kann. Bei Westmont Group haben wir in der Praxis oft erlebt, wie wichtig diese Absicherung für Paare ist, die ihr Leben lang in ihre Immobilie investiert haben.
Erstellung und Formvorgaben beim berliner testament bei hausbesitz
Ein Berliner Testament können Sie entweder privat oder mit einem Notar aufsetzen. Bei der privaten Variante schreibt ein Ehepartner das Testament handschriftlich nieder, wobei beide Partner allerdings mit vollem Namen unterschreiben und jeweils Ort und Datum handschriftlich angeben müssen. Ein häufiger Fehler ist die mangelnde Form, weshalb die Vorgaben nach § 2247 BGB und § 2267 BGB zu beachten sind. Grundsätzlich ist es trotzdem immer sinnvoll, sich bei der Testamentserrichtung von einem Anwalt oder Notar beraten zu lassen. Mit einem Notar setzen Sie gemeinsam ein öffentliches Testament auf, dessen Vorteil darin liegt, dass das Dokument rechtssicher ist und Sie sich im Vorfeld ausführlich beraten lassen können.
Wenn Sie ein berliner testament bei hausbesitz erstellen wollen, können Sie es grundsätzlich selbst erstellen ohne Notar, wobei es aber wichtig ist, dass Sie bestimmte gesetzliche Anforderungen beachten, damit es auch wirklich wirksam ist. Bei einem handschriftlichen Testament gemäß § 2247 BGB müssen Sie den gesamten Text eigenhändig verfassen und von Hand unterschreiben – es reicht nicht aus, etwas am Computer zu tippen und digital zu signieren. Wenn Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin ein gemeinschaftliches berliner testament bei hausbesitz erstellen wollen, dann müssen Sie sich dabei gegenseitig als Erben einsetzen, und der Text muss klar regeln, wer nach dem Tod der ersten Person alles erbt. Erst wenn beide verstorben sind, erben dann die Kinder oder andere eingesetzte Personen.
Keine Wirksamkeit ohne Unterschrift: Achten Sie darauf, dass am Ende der handschriftlichen Erklärung beide Partner unterschreiben. Es reicht aus, wenn eine Person das Testament schreibt oder vorformuliert, die andere muss aber zusätzlich ihre eigene Unterschrift darunter setzen und dabei Ort und Datum angeben, damit klar ist, dass beide damit einverstanden sind gemäß § 2267 BGB. Gerade wenn Sie ein gemeinsames Haus besitzen, sollte das Testament die Immobilie genau bezeichnen. Geben Sie am besten Adresse, Grundbuchdaten und Eigentumsverhältnisse an, und wenn Sie sich unsicher sind, hilft ein Blick ins Grundbuch.
Je genauer Sie formulieren, desto weniger Streit gibt es später unter den Erben, wobei auch hier anwaltliche Unterstützung sehr sinnvoll sein kann. Eine zusätzliche Kopie können Sie beim Amtsgericht am Wohnort hinterlegen oder einen Notar oder eine Notarin bitten, das Testament beim Nachlassgericht zu registrieren gemäß § 78 GNotKG, was zwar Gebühren kostet, aber den Vorteil bringt, dass das Testament im Todesfall sicher gefunden wird.
Professionelle Beratung und Kosten
Wenn ihr ein berliner testament bei hausbesitz erstellen wollt und keine juristische Erfahrung habt, ist der Gang zum Notariat oder zu einer Anwaltskanzlei für Erbrecht eine sehr gute Idee, da ein kleiner Formfehler oder unklarer Satz sonst dafür sorgen kann, dass das Testament später nicht anerkannt wird. Besonders bei Immobilien geht es meistens um hohe Werte und um viel Streitpotenzial. Ein Notariat berät euch neutral, sorgt für eine rechtssichere Formulierung und trägt das Testament auf Wunsch direkt ins Zentrale Testamentsregister ein (§ 78b BNotO), sodass sichergestellt ist, dass es im Erbfall auch gefunden wird. Außerdem kann ein Notar klarstellen, wie ihr die Immobilie am besten vererbt, um steuerliche Nachteile zu vermeiden und eine möglichst gute Nutzung der Erbschaftsteuer-Freibeträge zu erreichen.
Ein Fachanwalt für Erbrecht kann dabei fachlich helfen, gerade wenn die familiäre Situation komplizierter ist – etwa mit Kindern aus früheren Beziehungen wie in Patchwork-Familien oder bei Firmenanteilen. Er oder sie klärt mit Ihnen, wie man das Haus am besten absichert, Pflichtteilsforderungen vermeidet oder besondere Wünsche umsetzt, etwa ein lebenslanges Wohnrecht oder eine Testamentsvollstreckung. Auch wenn die Kosten für eine notarielle Beratung zunächst abschrecken können: Wenn das Testament ungültig ist oder zu einem Erbstreit führt, entstehen oft viel höhere Kosten. Gerade bei Hausbesitz lohnt sich die Investition in rechtliche Beratung fast immer, und bei Westmont Group empfehlen wir unseren Mandanten stets, diese professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Für ein berliner testament bei hausbesitz fallen Notarkosten an, sofern Sie sich entscheiden, ein öffentliches Testament aufzusetzen. Die Kosten orientieren sich an der Höhe des Nachlasses und sind im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) festgesetzt, wobei in der Regel bei gemeinschaftlichen Testamenten die zweifache Gebühr verlangt wird. Bei einem Nachlass von 50.000 Euro wären das beispielsweise 330 Euro zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer sowie anderen geringfügigen Aufwendungen. Wenn Sie das berliner testament bei hausbesitz für Ihr Grundstück eigenhändig anfertigen, dann können Sie es beim Amtsgericht verwahren lassen, hierfür fällt in der Regel ein pauschaler Betrag von 75 Euro an, wozu noch eine Gebühr für die Registrierung im zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer kommt.
Besondere Situationen: Scheidung, Wiederheirat und Patchworkfamilien
Bei gemeinschaftlichen Testamenten besteht eine Bindungswirkung für den ersten Erbfall, sodass der Widerruf oder die nachträgliche Änderung an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Grundsätzlich können Eheleute ihr berliner testament bei hausbesitz, genauer gesagt die darin getroffenen wechselbezüglichen Verfügungen, zu Lebzeiten nur gemeinsam ändern. Möchte ein Ehepartner eine Änderung einseitig, also ohne Einwilligung des anderen, vornehmen, dann geht das nur mithilfe eines Notars und durch einen Widerruf, wobei anschließend die Widerrufserklärung dem anderen Partner zugestellt werden muss – erst mit erfolgter Zustellung ist das berliner testament bei hausbesitz für den ersten Erbfall unwirksam.
Befindet sich das Testament allerdings in amtlicher Verwahrung, dann können es in der Regel nur beide Ehepartner gemeinsam zurücknehmen. Wichtig: Ist einer der Ehepartner verstorben, dann ist für die wechselseitige Erbeinsetzung keine Änderung mehr möglich, während der Überlebende bezüglich der Schlusserben sehr wohl ein neues Testament aufsetzen kann, sofern keine besondere wechselbezügliche Verfügung vorliegt.
Nach dem Tod eines Ehepartners ist die wechselseitige Erbeinsetzung nicht mehr änderbar, aber der überlebende Partner kann bezüglich seines eigenen Vermögens und der Schlusserben sehr wohl disponieren, es sei denn, eine besondere wechselbezügliche Verfügung wurde getroffen. Diese Bindungswirkung gehört zu den Aspekten, die Ehepaare beim Aufsetzen des berliner testament bei hausbesitz für ihr Grundstück häufig übersehen oder unterschätzen. Es gibt Möglichkeiten für den hinterbliebenen Ehepartner:
das Erbe ausschlagen, die Verfügung anfechten, oder eine Klausel über einen Abänderungsvorbehalt bereits bei Testamentserrichtung berücksichtigen. Wenn der hinterbliebene Partner erneut heiratet, kann er unter bestimmten Umständen das berliner testament bei hausbesitz anfechten, wobei eine Anfechtung möglich ist, wenn bei der Testamentserrichtung ein Pflichtteilsberechtigter noch nicht bekannt war oder wenn im Nachhinein ein Pflichtteilsberechtigter dazukommt, so zum Beispiel ein neuer Ehepartner.
Die Anfechtung kann vom Hinterbliebenen selbst oder vom neuen Ehegatten ausgehen, allerdings kann das Anfechtungsrecht bei Testamentserrichtung durch entsprechende Klauseln ausgeschlossen und der Verzicht auch auf Dritte ausgeweitet werden. Eine Anfechtung hat die Konsequenz, dass die gesetzliche Erbfolge eintritt und die Bindungswirkung des berliner testament bei hausbesitz beseitigt wird, somit hat der hinterbliebene Ehepartner – genau wie die Schlusserben – zwar einen geringeren Erbteil, allerdings erlangt er seine Testierfähigkeit wieder und kann ein neues Testament aufsetzen, das unter Umständen den neuen Ehepartner begünstigt.
Scheidung und das berliner testament bei hausbesitz
Das berliner testament bei hausbesitz verliert bei einer Ehescheidung seine Wirksamkeit gemäß § 2077 Abs. 1 BGB, dabei gibt es eine Ausnahme: Das Ehepaar hat entsprechende Formulierungen für den Scheidungsfall im Testament aufgenommen. Falls einer der Ehepartner verstirbt, bevor die Scheidung rechtskräftig entschieden wurde, dann kann das berliner testament bei hausbesitz bereits früher seine Gültigkeit verlieren, insbesondere wenn zum Zeitpunkt des Todes die Voraussetzungen für eine Scheidung vorlagen und der Erblasser die Scheidung beantragt hat – dabei ist der Zustellungszeitpunkt durch das Familiengericht ausschlaggebend – oder der Erblasser die Zustimmung zum Scheidungsantrag gegeben hat.
Mit der Scheidung verliert ein gemeinschaftliches Testament seine Wirksamkeit gemäß § 2077 Abs. 1 BGB, und gleiches gilt, wenn vor dem Tod eines Partners die Scheidung schon beantragt war und alle Voraussetzungen dafür erfüllt waren. Da die meisten Ehegatten bei der Errichtung des gemeinschaftlichen Testaments gar nicht an eine Scheidung denken, empfiehlt es sich bei der Trennung, reinen Tisch zu machen und das gemeinschaftliche Testament zusammen aus der Welt zu schaffen.
Ein handschriftliches Testament können Sie einfach vernichten, und haben Sie ein notarielles Testament gemacht, müssen Sie es aus der amtlichen Verwahrung zurückverlangen und vernichten, dadurch verliert es seine Gültigkeit. Es kann allerdings sein, dass das gemeinschaftliche Testament ausnahmsweise – trotz Scheidung – weiter gilt, was der Fall ist, wenn das Testament auch für den Fall der Scheidung in Kraft bleiben soll.
Werden beispielsweise im gemeinschaftlichen Testament die gemeinsamen Kinder als Erben eingesetzt, so kann es sein, dass die Ehegatten diese Verfügung auch getroffen hätten, wenn sie das Scheitern der Ehe vorhergesehen hätten. Wer vermeiden will, dass der geschiedene Ehegatte im Erbfall versucht, seine Ansprüche geltend zu machen, kann im gemeinschaftlichen Testament aufnehmen, dass es im Fall der Scheidung nicht mehr gelten soll.
Hausverkauf und Steuern nach dem Erbfall
Bei einem Erbfall mit berliner testament bei hausbesitz ist ein Hausverkauf eine Option, dabei gelten die gleichen steuerlichen Regelungen wie bei einem normalen Hausverkauf, und auch eine Vermietung der Immobilie ist möglich. Haben Eheleute ein berliner testament bei hausbesitz für ihr Grundstück oder Haus aufgesetzt, dann kann im Erbfall Erbschaftssteuer anfallen, wobei, ob sie erhoben wird und wie hoch die Steuersätze sind, von der Höhe des Nachlasses und dem Verwandtschaftsgrad abhängt. Gibt es nach dem Erbfall mit berliner testament bei hausbesitz einen Hausverkauf, dann sind die gleichen steuerlichen Regelungen zu beachten wie bei einem normalen Hausverkauf, wobei in manchen Fällen eine Spekulationssteuer erhoben werden kann.
Praktische Erwägungen und individuelle Beratung
Jede erbrechtliche Situation ist individuell, und deshalb muss auch selbst abgewogen werden, ob es sinnvoll ist, ein berliner testament bei hausbesitz aufzusetzen. Es hat seine Vorteile, aber es müssen auch sehr wichtige Bereiche wie die steuerrechtlichen Freibeträge und insbesondere die Pflichtteilsproblematik beachtet werden. Dieser Beitrag soll Ihnen die ersten Fragen, die Sie bezüglich des berliner testament bei hausbesitz beim Hausbesitz haben, beantworten, jedoch sollten Sie immer eine rechtliche Beratung wahrnehmen. Als Tipp: Falls Sie eigenhändig ein berliner testament bei hausbesitz verfasst haben und somit auf eine notarielle Erstellung verzichtet haben, lohnt es sich, dieses Testament in amtliche Verwahrung zu bringen, um sicherzustellen, dass das Testament gefunden und verwertet wird.
Das berliner testament bei hausbesitz bietet Ehepaaren eine klare und oft sinnvolle Möglichkeit, das gemeinsame Vermögen – insbesondere Immobilien – gezielt an die Kinder oder andere Erben zu vererben. Es stärkt die Position der überlebenden Person, da diese zunächst als Vorerbe das gesamte Vermögen erhält, allerdings kann dies insbesondere für Pflichtteilsberechtigte oder bei mehreren Kindern zu Konflikten führen. Besonders bei Immobilien ist es wichtig, steuerliche Freibeträge sowie mögliche Pflichtteilsansprüche im Blick zu behalten, um spätere finanzielle Belastungen zu vermeiden. Fachanwälte für Erbrecht können dabei helfen, die Rechtslage und die rechtlichen Möglichkeiten besser zu verstehen. Bei Westmont Group stehen wir Ihnen mit unserer langjährigen Expertise zur Seite, um die beste Lösung für Ihre individuelle Situation zu finden.
Sie möchten wissen, wie viel Ihre Immobilie wert ist, bevor Sie ein berliner testament bei hausbesitz für Ihren Hausbesitz aufsetzen, oder möchten Sie nach einem Erbfall Ihr Grundstück verkaufen? Unsere zertifizierten Gutachter fertigen ein fundiertes Verkehrswertgutachten an, um den Wert Ihrer Immobilie zu ermitteln, dabei arbeiten sie streng nach gesetzlichen Standards. Das berliner testament bei hausbesitz setzt sich zusammen aus verschiedenen Elementen: Ehepartner und eingetragene Lebenspartner setzen sich gegenseitig als Vorerben ein, wodurch das Haus im Besitz der überlebenden Person bleibt, während Kinder oder andere Erben als Schlusserben erst nach dem Tod beider Partner erben.
Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge, wodurch beispielsweise Kinder direkt Miterben werden, was zu unnötigem Streit führen oder dazu führen kann, dass die überlebende Person gezwungen ist, das Haus zu verkaufen, um Erbanteile auszuzahlen. Das berliner testament bei hausbesitz schützt zwar die Immobilie, kann aber steuerlich nachteilig sein, da die Erbschaftssteuer bei beiden Erbfällen fällig wird, wodurch die Freibeträge der Kinder beim ersten Todesfall ungenutzt bleiben, was bei hohen Immobilienwerten teuer werden kann und fachlicher Rat durch Steuerexperten einzuholen ist.
Ein berliner testament bei hausbesitz kann handschriftlich aufgesetzt werden, muss aber bestimmte Formvorgaben erfüllen, und gerade bei Immobilien empfiehlt sich jedoch ein Notariat oder Fachanwälte einzuschalten, um Formfehler zu vermeiden und steuerliche Nachteile frühzeitig zu erkennen. Die Bindungswirkung betrifft primär die wechselseitige Erbeinsetzung für den ersten Erbfall, während der Überlebende bezüglich der Schlusserben disponieren kann, sofern keine besondere wechselbezügliche Verfügung vorliegt. Bei der Testamentserrichtung sollte auch die Pflichtteilsproblematik bedacht werden, da Kinder nach dem ersten Todesfall sofort ihren Pflichtteil in Geld verlangen können, was bei Immobilienbesitz zu Liquiditätsproblemen führen kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist ein Berliner Testament bei Hausbesitz und wie funktioniert es?
Ein Berliner Testament bei Hausbesitz ist ein gemeinschaftliches Testament, bei dem sich Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner gegenseitig als Alleinerben einsetzen. Dies bedeutet: Stirbt ein Partner, erbt der überlebende Partner zunächst das gesamte Vermögen – einschließlich der Immobilie. Die Kinder werden als Schlusserben eingesetzt und erben erst nach dem Tod beider Elternteile. Diese Regelung verhindert, dass das Haus verkauft werden muss, um Erbanteile auszuzahlen, und sichert dem länger lebenden Partner das Wohnrecht und die finanzielle Stabilität. Das Berliner Testament bei Hausbesitz funktioniert wie ein Vertrag und ist nach dem Tod des ersten Partners meist nicht mehr änderbar (§ 2271 Abs. 2 BGB).
Welche steuerlichen Nachteile hat das Berliner Testament bei Hausbesitz?
Das Berliner Testament bei Hausbesitz kann erhebliche steuerliche Nachteile mit sich bringen, insbesondere bei wertvollen Immobilien. Der Hauptnachteil liegt in der sogenannten “doppelten Vererbung”: Die Erbschaftssteuer fällt zweimal an – beim ersten und beim zweiten Erbfall. Zudem gehen den Kindern wichtige Steuerfreibeträge verloren, da sie erst nach dem Tod beider Elternteile erben. Jedes Kind hat normalerweise einen Freibetrag von 400.000 Euro pro Elternteil (insgesamt 800.000 Euro). Beim Berliner Testament bei Hausbesitz können die Kinder diesen Freibetrag nur einmal nutzen, was besonders bei hohen Immobilienwerten zu erheblichen Steuerzahlungen führen kann.
Können Kinder beim Berliner Testament bei Hausbesitz ihren Pflichtteil einfordern?
Ja, Kinder haben auch beim Berliner Testament bei Hausbesitz einen gesetzlichen Anspruch auf ihren Pflichtteil (§ 2303 BGB), der die Hälfte des gesetzlichen Erbteils beträgt. Obwohl die Kinder im Testament zunächst enterbt werden, können sie nach dem Tod des ersten Elternteils ihren Pflichtteil einfordern. Dies kann für den überlebenden Ehepartner problematisch werden, besonders wenn das Vermögen hauptsächlich aus der Immobilie besteht und keine liquiden Mittel für die Auszahlung vorhanden sind. Um dies zu verhindern, können Ehepaare eine Pflichtteilsstrafklausel ins Testament aufnehmen, die Kinder davon abhält, ihren Pflichtteil einzufordern, indem sie im zweiten Erbfall enterbt werden, falls sie den Pflichtteil geltend machen.
Wie erstelle ich ein rechtssicheres Berliner Testament bei Hausbesitz?
Ein Berliner Testament bei Hausbesitz können Sie entweder privat handschriftlich oder notariell erstellen. Bei der privaten Variante muss einer der Ehepartner das Testament vollständig handschriftlich verfassen, und beide Partner müssen mit vollem Namen, Ort und Datum unterschreiben (§ 2267 BGB). Wichtig: Das Testament darf nicht am Computer getippt werden. Die Immobilie sollte genau bezeichnet werden mit Adresse, Grundbuchdaten und Eigentumsverhältnissen.
Bei der notariellen Variante setzen Sie gemeinsam mit einem Notar ein öffentliches Testament auf, das rechtssicher formuliert und amtlich verwahrt wird. Die Kosten orientieren sich an der Höhe des Nachlasses (bei 200.000 Euro etwa 870 Euro). Besonders bei Immobilien empfiehlt sich die notarielle Variante oder zumindest eine rechtliche Beratung, um Formfehler zu vermeiden und steuerliche Nachteile frühzeitig zu erkennen.
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