Thursday, February 26, 2026
HomeImmobilienrecht & MietthemenEnergieausweis für altes Haus – Was Eigentümer wissen müssen

Energieausweis für altes Haus – Was Eigentümer wissen müssen

Energieausweis für altes Haus: Was Eigentümer wirklich wissen müssen

Als jemand, der regelmäßig mit Immobilieneigentümern arbeitet, höre ich immer wieder dieselbe Frage: „Brauche ich wirklich einen Energieausweis für mein altes Haus?” Die kurze Antwort lautet: Ja – und zwar schon früher als die meisten denken. Wer seine Immobilie verkaufen, vermieten oder verpachten möchte, kommt an diesem gesetzlich vorgeschriebenen Dokument nicht vorbei. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) macht hier klare Vorgaben, und die Westmont Group unterstützt Eigentümer dabei, diese Anforderungen sicher und effizient zu erfüllen.

Der Energieausweis macht den energetischen Zustand Ihrer Immobilie für Käufer und Mieter sichtbar und transparent. Gerade bei Bestandsgebäuden mit hohem Energieverbrauch ist das ein entscheidender Faktor – nicht nur für potenzielle Käufer, sondern auch für den Wert Ihrer Immobilie selbst. Seit Einführung des GEG sind die Anforderungen für Hausbesitzer spürbar verschärft worden, und wer die Pflicht ignoriert, riskiert empfindliche Bußgelder.

Was ist ein Energieausweis? / Energieausweis für alte Häuser: Pflicht und Beantragung

Der Energieausweis dokumentiert den energetischen Ist-Zustand eines Gebäudes und zeigt, wie viel Energie pro Quadratmeter verbraucht wird. Für Miet- und Kaufentscheidungen ist dieses Dokument unverzichtbar – es gibt Käufern und Mietern einen klaren Überblick über zu erwartende Heiz- und Warmwasserkosten. Manchmal wird er auch als Energiesparausweis oder Energiepass bezeichnet, inhaltlich bleibt er jedoch dasselbe: ein Nachweis des energetischen Zustands Ihrer Immobilie.

Der Ausweis enthält Energiekennwerte wie Endenergiebedarf, Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust, sowie die Energieeffizienzklasse des Wohngebäudes. Neuere Ausweise führen auch Treibhausgas-Emissionen auf – eine Pflicht seit Mai 2021 laut GEG. Wer bereits einen gültigen Ausweis besitzt, kann diesen bis zum Ablauf der Gültigkeit von zehn Jahren weiter nutzen. Für alte Häuser mit Baujahr 1977 oder früher empfehlen wir bei der Westmont Group stets eine frühzeitige Energieberatung mit einem qualifizierten Energieberater – am besten verbunden mit einem Vor-Ort-Termin.

Die Beantragung ist weniger kompliziert als viele denken: Ein qualifizierter Energieberater erfasst alle relevanten Daten Ihrer Immobilie und erstellt den Ausweis. Der Zeitaufwand hängt vom gewählten Ausweistyp und der Komplexität des Gebäudes ab. Bei Bestandsgebäuden mit mehreren Wohneinheiten kann der Prozess etwas länger dauern – bei einfachen Einfamilienhäusern geht es oft sehr schnell. 

Wann ist ein Energieausweis Pflicht? / Für wen besteht die Pflicht?

Seit dem 1. Oktober 2008 ist der Energieausweis für nahezu jedes Wohngebäude bei Verkauf, Neuvermietung oder Verpachtung gesetzlich Pflicht. Für Wohngebäude vor 1966 gilt diese Pflicht bereits seit dem 1. Juli 2008, für jüngere Bauten ab 1966 seit dem 1. Juli 2009. Auch Mehrfamilienhäuser und Neubauten sind eingeschlossen. Bereits in der Immobilienanzeige müssen bestimmte Energiekennwerte veröffentlicht werden – darunter Effizienzklasse und Energieverbrauch – eine Vorgabe aus der EnEV 2014, die das GEG fortgeführt hat.

Der Ausweis ist außerdem notwendig bei umfangreichen Sanierungen sowie in bestimmten Fällen bei Leasinggebern. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat 2017 in drei Urteilen klargestellt, dass Makler die energetische Qualität nicht verweigern dürfen. Wer ein altes Haus mit bis zu vier Wohneinheiten und Baujahr vor 1977 besitzt und dieses vermieten oder verkaufen möchte, ohne das Gebäude entsprechend der Wärmeschutzverordnung 1977 renoviert zu haben, benötigt zwingend einen Bedarfsausweis – kein freies Wahlrecht. Bei einer Schenkung innerhalb der Familie ist ein Energieausweis nur nötig, wenn der neue Eigentümer diesen ausdrücklich einfordert.

Wichtig zu wissen: Nach einer Änderung der EU-Gebäuderichtlinie dürften sich Inhalte und Pflichten rund um den Energieausweis ab Mai 2026 ändern. Geplant ist eine neue Skala von A bis G, zentrale Speicherung und erweiterte Ausweispflichten – auch bei der Verlängerung von Mietverträgen und bei größeren Renovierungen.

Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis: Welcher für Ihr Gebäude?

Die Wahl zwischen Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis hängt vom Baujahr und der Anzahl der Wohneinheiten ab. Der Verbrauchsausweis basiert auf den Verbrauchsdaten der vergangenen drei Jahre und spiegelt das tatsächliche Nutzerverhalten der Bewohner wider – wie viele Personen im Haus leben, wie sie heizen oder lüften, ob das Gebäude leer stand. Diese Faktoren beeinflussen das Ergebnis erheblich und machen den Verbrauchsausweis weniger objektiv. Er kommt infrage für Bestandsgebäude ab fünf Wohneinheiten oder mit einem Bauantrag nach dem 01.11.1977 sowie für Wohnimmobilien, die die Wärmeschutzverordnung (WSVO) bereits einhalten.

Der Bedarfsausweis dagegen bewertet den theoretischen Energiebedarf Ihrer Immobilie anhand von Bauunterlagen, Anlagentechnik, Dämmung, Fenster und Heizung unter standardisierten Rahmenbedingungen – unabhängig von Klimadaten oder individuellen Gewohnheiten. Das macht ihn deutlich aussagekräftiger und nutzerunabhängig. Für Altbauten mit Bauantrag vor dem 01.11.1977 und bis zu vier Wohneinheiten, die nicht nach WSVO-Standard saniert wurden, ist er gesetzlich verpflichtend. Für Neubauten wird er grundsätzlich ausgestellt. Ein wichtiger Hinweis aus der Praxis der Westmont Group: Energetische Sanierungen können im Verbrauchsausweis erst drei Jahre nach der Sanierung vollständig abgebildet werden – der Bedarfsausweis zeigt Verbesserungen sofort.

energieausweis für altes haus - old couples - westmont group blog

Kosten und Gültigkeit des Energieausweises

Die Gültigkeit eines Energieausweises beträgt grundsätzlich zehn Jahre ab dem Ausstellungsdatum. Eine Verlängerung ist nicht möglich – nach Ablauf muss ein komplett neues Dokument erstellt werden. Wird das Gebäude in der Zwischenzeit energetisch modernisiert – etwa durch neue Dämmung oder eine neue Heizungsanlage – erlischt die Gültigkeit vorzeitig, da die Energiekennwerte neu berechnet werden müssen. Umbauten und Modernisierungsmaßnahmen sollten daher immer mit einer Aktualisierung des Ausweises verbunden werden.

Was die Kosten betrifft: Ein Verbrauchsausweis ist bereits für 50 bis 100 Euro zu haben und erfordert vergleichsweise geringen Aufwand bei der Energiedatenerhebung. Ein Bedarfsausweis schlägt je nach Gebäudegröße, Anzahl der Wohneinheiten, Heizsystem und vorliegenden Bauunterlagen mit 300 bis 500 Euro zu Buche – mitunter auch mehr. Die Kosten tragen stets die Eigentümer; eine Umlage auf Mieter ist gesetzlich nicht zulässig. KfW und BAFA bieten jedoch Fördermittel für begleitende Sanierungsmaßnahmen, die den finanziellen Aufwand deutlich reduzieren können.

Wer darf den Energieausweis ausstellen? / Energieausweis erstellen lassen

Nicht jeder darf einen Energieausweis ausstellen. Laut § 88 GEG sind nur Personen mit entsprechender Qualifikation und Berufspraxis berechtigt – darunter Ingenieure, Architekten, Physiker, Handwerksmeister bestimmter Fachrichtungen sowie zertifizierte Energieberater mit BAFA-Zulassung. Wer unberechtigt ausstellt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet werden kann. Es gibt kein amtliches Zertifikat der Ausstellungsberechtigung – Sie müssen sich also auf die Angaben der Fachperson verlassen können.

Geeignete Aussteller finden Sie in der Energieeffizienz-Expertenliste für Bundesförderprogramme oder in der Datenbank der Deutschen Energie-Agentur (dena). Auch der Verband GIH listet qualifizierte Energieberater auf. Achten Sie darauf, dass der Aussteller eine Berufshaftpflichtversicherung besitzt, die eventuelle Ansprüche bei einem fehlerhaften Ausweis abdeckt. Eine schriftliche Bestätigung der Ausstellungsberechtigung sowie eine klare Leistungsbeschreibung im Vertrag sind Pflicht. Für den Bedarfsausweis empfiehlt sich grundsätzlich eine persönliche Gebäudebegehung – nur so lassen sich Gebäudedaten, Bauunterlagen und energetische Schwachstellen korrekt erfassen.

Ohne Vor-Ort-Termin kann zwar ein Energieausweis erstellt werden – vorausgesetzt, Sie liefern aussagekräftige Fotos und vollständige Daten. Die Erstellungsdauer beträgt in der Regel drei bis fünf Tage, beim Bedarfsausweis kommt die Zeit für die Besichtigung hinzu. Onlineportale, die Bedarfsausweise ohne Vor-Ort-Begehung anbieten, sind zwar zulässig, aber mit Vorsicht zu genießen – fehlerhafte Energiekennwerte können zu Schadenersatzforderungen durch Käufer oder Mieter führen. Der Energieversorger kann den Verbrauchsausweis direkt erstellen.

Ausnahmen und Besonderheiten beim Energieausweis

Nicht alle Gebäude fallen unter die Energieausweis-Pflicht. Das GEG sieht klar definierte Ausnahmen vor: Gebäude mit weniger als 50 qm Nutzfläche, weitestgehend ungenutzte Gebäude, die weder regelmäßig beheizt noch gekühlt werden, sowie Werkstätten, Stallungen und ähnliche Zweckbauten sind befreit. Auch Ferienhäuser, die weniger als vier Monate im Jahr genutzt werden, provisorische Gebäude mit einer Nutzungsdauer von unter zwei Jahren sowie Baudenkmäler nach jeweiligem Landesrecht sind ausgenommen.

Wer sein Wohneigentum selbst bewohnt und nicht neu vermietet, braucht ebenfalls keinen Ausweis. Für Eigentumswohnungen gibt es keinen eigenen Energieausweis – dieser gilt immer für das gesamte Gebäude. In Wohnanlagen können unter Umständen Ausweise für einzelne Wohneinheiten erstellt werden. Bei gemischt genutzten Gebäuden – also wenn Wohnungen und Büros in einem Komplex vereint sind – ist das Gebäude in Zonen aufzuteilen und es müssen zwei Energieausweise ausgestellt werden. Bei einer Schenkung innerhalb der Familie ist ein Energieausweis nur nötig, wenn der neue Eigentümer diesen einfordert. Interessant: Bei wohnähnlicher Nutzung – etwa in Kanzleien oder Arztpraxen – kann der Nicht-Wohnanteil bis zu zehn Prozent betragen, ohne dass ein separater Ausweis erforderlich wird.

Rechtliche Konsequenzen bei fehlendem Energieausweis / Bußgelder und Haftungsfragen

Wer beim Verkauf oder der Vermietung keinen gültigen Energieausweis vorlegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach GEG – und das kann teuer werden. Fehlt der Energieausweis beim Verkauf oder der Vermietung, drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro. Fehlende Angaben in der Immobilienanzeige können mit bis zu 10.000 Euro bestraft werden, die Nichtvorlage bei der Besichtigung mit bis zu 5.000 Euro, ebenso die Verwendung eines abgelaufenen Energieausweises. Diese Sanktionen werden von Behörden zunehmend konsequent durchgesetzt – oft nach Meldung durch Mieter selbst.

Neben diesen Verstößen drohen auch zivilrechtliche Konsequenzen: Käufer oder Mieter können Schadensersatzansprüche geltend machen, wenn ihnen durch falsche oder veraltete Angaben im Energieausweis ein finanzieller Schaden entstanden ist. Das kann eine Kaufpreisminderung oder vollständigen Schadenersatz bedeuten. Fehlerhafte oder unvollständige Angaben im Energieausweis sind ebenfalls gesetzeswidrig und können zu Gewährleistungsansprüchen führen. Wer eine Berufshaftpflichtversicherung beim Aussteller voraussetzt, ist im Fall eines fehlerhaften Ausweises zumindest finanziell abgesichert. Die Westmont Group empfiehlt: Klären Sie rechtliche Folgen und vertragliche Folgen im Vorfeld – ein sauberer Energieausweis schützt alle Seiten.

Energieeffizienzklassen: Was bedeuten A+ bis H?

Die Energieeffizienzklassen von A+ bis H bilden das Herzstück jedes Energieausweises und machen den Energiebedarf eines Wohngebäudes auf einen Blick lesbar. Die Farbskala reicht von grün (niedriger Energiebedarf) bis rot (hoher Energiebedarf), ergänzt durch Pfeile, die das Gebäude auf der Skala einordnen. Die Einstufung basiert auf dem Endenergiebedarf in kWh pro Quadratmeter und Jahr, ermittelt nach DIN-Norm V 18599. Der obere Pfeil zeigt den Endenergiebedarf für Heizung, Warmwasser und Lüftung, der untere den Primärenergiebedarf – also die Energie, die für Erzeugung und Transport der verwendeten Energie aufgewendet wurde. Fossile Energie wie Gas oder Öl hat einen hohen Primärenergiebedarf, Sonnenenergie liegt bei null.

Ein Passivhaus oder KfW-40-Haus erreicht Klasse A+ mit unter 30 kWh, ein gut gedämmter Neubau ab circa 2000 typischerweise Klasse B mit 50 bis 75 kWh. Der GEG-Standard entspricht Klasse C mit 75 bis 100 kWh. Ältere Altbauten ohne Sanierung landen häufig bei Klasse F, G oder H – mit über 200 kWh und entsprechend hohen Heizkosten. Eine schlechte Energieeffizienzklasse drückt den Verkaufspreis einer Immobilie spürbar – in der Praxis oft um fünf bis zehn Prozent, je nach Marktumfeld. Umgekehrt steigert eine gute Energieeffizienz den Immobilienwert und senkt den Sanierungsbedarf für zukünftige Käufer.

energieausweis für altes haus - house paper model - westmont group blog

Energieeffizienz verbessern: Energetische Sanierung / Wie lässt sich die Energieeffizienzklasse verbessern?

Wer einen Energieausweis für altes Haus in der Hand hält und eine schlechte Energieeffizienzklasse sieht, sollte das nicht als Problem, sondern als Chance betrachten. Die Westmont Group empfiehlt, zunächst die Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis zu lesen und mit einem Sanierungsfahrplan zu verbinden. Die wirksamsten Maßnahmen sind: Dämmung von Dach, Wänden, Kellerdecke und Fassade, der Austausch alter Fenster durch Dreifachverglasung sowie die Erneuerung der Heizungsanlage – etwa durch eine Wärmepumpe oder Brennwerttherme anstelle alter Öl- oder Gasheizung. Auch Wohnraumlüftung, Photovoltaik und Solarthermie verbessern die Energiebilanz spürbar und senken den CO₂-Ausstoß.

Ab Klasse E ist eine energetische Sanierung dringend zu empfehlen – spätestens bei Klasse F oder H rechnet sich die Investition meist innerhalb weniger Jahre durch eingesparte Energiekosten. Dabei gilt: Nicht wahllos sanieren, sondern Maßnahmen aufeinander abstimmen – erst dämmen, dann die Heizlast anpassen. Das optimale Kosten-Nutzen-Verhältnis ergibt sich durch eine professionelle Energieberatung. Für die Finanzierung stehen attraktive KfW-Förderprogramme, BAFA-Zuschüsse, steuerliche Abschreibungen sowie regionale Förderprogramme der Bundesländer und Kommunen zur Verfügung. Wer Sanierungskosten und Fördermittel kombiniert, kann den Wert seiner Gebäudesubstanz nachhaltig steigern.

Aktuelle Änderungen im Gebäudeenergiegesetz (GEG) / Was ändert sich bei Energieausweisen 2026?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat die frühere Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst und setzt die Rahmenbedingungen für Energieausweise in Deutschland. Die nächste große Änderung kommt mit der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD): Bis Mai 2026 muss Deutschland die Vorgaben in nationales Recht umsetzen. Dann gelten EU-weit einheitliche Energieausweise mit einer neuen Skala von A bis GAusweise mit der bisherigen Skala A+ bis H verlieren ihre Gültigkeit. Jeder Energieausweis wird künftig zentral gespeichert und ist für Behörden, Käufer und Förderstellen zugänglich. Zudem müssen Ausweise künftig konkrete Effizienzmaßnahmen wie Sanierung oder Heizungsoptimierung empfehlen.

Für Besitzer eines alten Hauses bringt das GEG weitere wichtige Änderungen: Wer mehr als 10 Prozent einer Bauteilfläche saniert, muss bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Für Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind, gilt eine Austauschpflicht – mit Ausnahmen für bestimmte Brennwertkessel. Neubauten müssen seit 2024 nur noch 55 Prozent des Primärenergiebedarfs eines Referenzhauses verbrauchen – was mindestens Klasse C entspricht. Bestehende Energieausweise genießen Bestandsschutz bis zum Ende ihrer Übergangsfrist von maximal zehn Jahren. In der Praxis rät die Westmont Group: Nutzen Sie die aktuellen Fördermöglichkeiten der GEG-Novellierung und lassen Sie sich einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen – das zahlt sich angesichts steigender Energiekosten und neuer Klimaschutzziele langfristig aus.

Was einen Energieausweis auszeichnet: Kennwerte im Detail

Der Energieausweis enthält mehrere zentrale Kennzahlen: Endenergiebedarf, Primärenergiebedarf, Transmissionswärmeverlust und Energieeffizienzklasse. Seit Mai 2021 müssen auch Treibhausgas-Emissionen verpflichtend aufgenommen werden – eine Vorgabe, die mit dem GEG im November 2020 eingeführt wurde. Der Endenergiebedarf erfasst alle Verluste durch Gebäudehülle und Heizungsanlage und wird in kWh pro und Jahr als spezifische Größe bezogen auf die Gebäudenutzfläche angegeben. Er bildet die Grundlage zur Ermittlung der Brennstoffkosten.

Der Primärenergiebedarf geht einen Schritt weiter: Er berücksichtigt auch den Aufwand für Beschaffung, Umwandlung und Transport der eingesetzten Rohstoffe. Dabei gilt: Fossile Energieträger wie Gas und Öl werden mit dem Primärenergiefaktor 1,1 bewertet, während eine Holzheizung durch den Faktor 0,2 deutlich besser abschneidet. Der Transmissionswärmeverlust – angegeben in Watt pro Kelvin – zeigt, wie viel Wärme über Türen, Fenster, Wände und Dachflächen verloren geht. Je kleiner dieser Kennwert, desto niedriger die Heizkosten. Gemeinsam liefern diese Kennzahlen ein vollständiges Bild des Energiestandards Ihres Gebäudes und bilden die Grundlage für jeden Bedarfsenergieausweis.

So unterscheiden Sie seriöse von unseriösen Ausstellern / Prüfen Sie Billigangebote genau / Sanierungsrechner gibt Anhaltspunkte

Im Markt für Energieausweise gibt es leider auch unseriöse Unternehmen, die mit Billigangeboten unter 70 Euro werben – meist handelt es sich dabei um Verbrauchsausweise, die über Onlineportale ohne Vor-Ort-Begehung erstellt werden. Das ist zwar grundsätzlich zulässig, birgt aber erhebliche Risiken: Fehlerhafte Datenerhebung, ungeprüfte Selbstauskünfte und mangelhafte Ergebnisse können dazu führen, dass der Ausweis rechtlich nicht standhält. Käufer oder Mieter, die Fehler entdecken, können Schadenersatz fordern. Wer seriöse Aussteller sucht, sollte auf klare Leistungsbeschreibung, schriftliche Bestätigung der Ausstellungsberechtigung nach GEG, Datenschutz-Zusicherung und eine gültige Berufshaftpflichtversicherung achten.

Gehen Sie grundsätzlich nicht in Vorkasse und bestehen Sie auf einer vollständigen Lieferung eines korrekten Ausweises. Bei Mängeln haben Sie das Recht auf kostenlose Nachbesserung – andernfalls können Sie vom Vertrag zurücktreten. Auch aussagekräftige Fotos und vollständig ausgefüllte Fragebögen sind kein Ersatz für eine echte Vor-Ort-Begehung, wenn ein Bedarfsausweis benötigt wird. Als praktisches Hilfsmittel empfiehlt sich der Sanierungsrechner des Bundes: Damit lässt sich der Endenergiebedarf Ihres Gebäudes vorab abschätzen, die Plausibilität eines Energieausweises grob überprüfen und simulieren, wie sich Wärmedämmung oder Heizungstausch auf den Energieverbrauch auswirken. Zudem zeigt das Tool mögliche Kosten und staatliche Fördermittel für geplante Modernisierungsmaßnahmen – ein sinnvoller erster Schritt vor einer professionellen Energieberatung.

KfW-Effizienzhaus-Standard vs. Energieeffizienzklassen / Welche Rechte haben Käufer und Mieter?

Der KfW-Effizienzhaus-Standard und die Energieeffizienzklassen werden oft verwechselt, verfolgen aber unterschiedliche Ansätze. Während die Energieeffizienzklassen auf dem Endenergiebedarf basieren, setzt der KfW-Standard beim Primärenergieverbrauch an – also bei den Verlusten durch Erzeugung, Umwandlung und Verteilung der Energie. Ein KfW-Effizienzhaus 40 verbraucht beispielsweise nur 40 Prozent der Primärenergie eines definierten Referenzhauses nach GEG. Ein Gebäude kann also eine gute Energieeffizienzklasse haben, ohne automatisch einen der KfW-Standards zu erfüllen – und umgekehrt. Diese Unterscheidung ist besonders relevant, wenn es um Fördermittel geht, die über Förderstellen wie KfW beantragt werden und nur für zentral gespeicherte, anerkannte Nachweise gelten.

Käufer und Mieter haben klare Rechte: Sie können verlangen, dass der Energieausweis vor der Besichtigung zur Verfügung gestellt wird. Fehlt er, kann er nachgefordert werden. Wer einen Energieausweis mit falschen oder veralteten Angaben vorlegt, riskiert Gewährleistungsansprüche, Kaufpreisminderung und Schadensersatz. Ein Verstoß gegen das GEG zieht ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro nach sich. Darüber hinaus gilt für bestimmte Nicht-Wohngebäude eine Aushangpflicht: In behördlichen Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr und mindestens 250 qm Nutzfläche muss der Energieausweis öffentlich sichtbar ausgehängt werden. Diese Pflicht gilt ebenso für Schulen, Krankenhäuser, Rathäuser, Banken, Hotels, Restaurants und Geschäfte ab 500 qm Nutzfläche – sofern ein Energieausweis bereits ausgestellt wurde. Vermietende und Verkaufende sind verpflichtet, diesen Behörden auf Anfrage vorzulegen. 

energieausweis für altes haus - happy couples - westmont group blog

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brauche ich als Eigentümer eines alten Hauses zwingend einen Energieausweis?

Ja, als Eigentümer eines alten Hauses sind Sie gesetzlich verpflichtet, einen Energieausweis vorzulegen, sobald Sie Ihre Immobilie verkaufen, vermieten oder verpachten möchten. Diese Pflicht gilt laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) für nahezu alle Wohngebäude – unabhängig vom Baujahr. Für Altbauten mit Baujahr vor 1966 besteht die Pflicht bereits seit dem 1. Juli 2008, für jüngere Bestandsgebäude ab 1966 seit dem 1. Juli 2009. Auch in Immobilienanzeigen müssen bestimmte Energiekennwerte wie Effizienzklasse und Endenergiebedarf veröffentlicht werden. Wer keinen gültigen Energieausweis vorlegt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro.

Welcher Energieausweis ist für ein altes Haus mit Baujahr vor 1977 vorgeschrieben – Bedarfs- oder Verbrauchsausweis?

Für ein altes Haus mit Baujahr vor 1977 und bis zu vier Wohneinheiten ist der Bedarfsausweis gesetzlich verpflichtend – vorausgesetzt, das Gebäude wurde nicht nachträglich auf den Standard der Wärmeschutzverordnung von 1977 saniert. Der Bedarfsausweis bewertet den theoretischen Energiebedarf anhand von Bausubstanz, Dämmung, Heizungsanlage und weiteren technischen Faktoren – unabhängig vom Nutzerverhalten der Bewohner. Er liefert damit eine deutlich objektivere und aussagekräftigere Bewertung als der Verbrauchsausweis, der lediglich die Verbrauchsdaten der vergangenen drei Jahre abbildet. Nur wenn das Gebäude nachweislich dem WSVO-Standard entspricht, besteht Wahlfreiheit zwischen beiden Ausweistypen.

Was kostet ein Energieausweis für ein altes Haus und wie lange ist er gültig?

Die Kosten für einen Energieausweis hängen vom gewählten Ausweistyp ab. Ein Verbrauchsausweis ist bereits ab 50 bis 100 Euro erhältlich und erfordert vergleichsweise geringen Aufwand. Ein Bedarfsausweis – der für viele alte Häuser gesetzlich vorgeschrieben ist – kostet je nach Gebäudegröße, Heizsystem und Bauunterlagen zwischen 300 und 500 Euro, bei komplexen Bestandsgebäuden mitunter mehr. Die Kosten trägt stets der Eigentümer; eine Umlage auf Mieter ist gesetzlich nicht erlaubt. Beide Ausweisarten haben eine Gültigkeit von zehn Jahren ab dem Ausstellungsdatum. Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen oder Modernisierungen erlischt die Gültigkeit vorzeitig – in diesem Fall muss ein neues Dokument erstellt werden.

Wie kann ich die Energieeffizienzklasse meines alten Hauses verbessern und welche Förderung gibt es?

Die Energieeffizienzklasse eines alten Hauses lässt sich durch gezielte energetische Sanierung deutlich verbessern. Die wirksamsten Maßnahmen sind die Dämmung von Dach, Fassade und Kellerdecke, der Austausch alter Fenster durch Dreifachverglasung sowie die Modernisierung der Heizungsanlage – zum Beispiel durch eine Wärmepumpe oder Brennwerttherme statt alter Öl- oder Gasheizung. Ergänzend können Photovoltaik und Solarthermie die Energiebilanz spürbar verbessern. Für all diese Maßnahmen stehen attraktive Förderprogramme bereit: KfW-Förderprogramme, BAFA-Zuschüsse, steuerliche Abschreibungen sowie regionale Förderprogramme der Bundesländer und Kommunen lassen sich oft kombinieren und reduzieren die Sanierungskosten erheblich. Ab Energieeffizienzklasse E oder schlechter ist eine Sanierung besonders empfehlenswert.

Jetzt kostenlose Beratung sichern

Möchten Sie mehr über intelligente Immobilien- und Finanzstrategien erfahren? Füllen Sie einfach das Formular aus und ein Experte der Westmont Group wird sich persönlich mit Ihnen in Verbindung setzen.

Bleiben Sie über die neuesten Anlagetrends, Steuerstrategien und Immobilienlösungen auf dem Laufenden. Folgen Sie der Westmont Group auf unseren Social-Media-Kanälen und erhalten Sie wertvolle Einblicke direkt in Ihren Feed.

RELATED ARTICLES
Blog - image - WestMont Group Blog

Most Popular

Recent Comments

Individuelle Finanzmanagement-Beratung – kostenlos & schnell

Optimieren Sie Cashflow, senken Sie Gebühren und planen Sie eine langfristige Anlagestrategie mit Westmont. Geben Sie wenige Angaben an – wir skizzieren Ihre nächsten Schritte zu Sparen, ETFs und Immobilien – persönlich zugeschnitten.